3D-Druck mit dem Anycubic Photon Mono M5s Pro

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Arnd
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3D-Druck mit dem Anycubic Photon Mono M5s Pro

Beitrag von Arnd »

Puh, was ein Name ! Und ja, jeder Buchstabe ist wichtig, weil es das Gerät auch ohne "Pro" gibt.

Aber von vorne: Da mein acht Jahre alter Form 1 schwächelte (siehe Bericht hier im Forum), brauchte ich einen neuen Harzdrucker für die etwas feineren Teile.

Tipps von Kollegen brachten mich auf den Anycubic Photon Mono M5s Pro. Bestellt, zusammen mit etwas Harz und Zubehör, und nach wenigen Tagen war die Kiste dann da.

Unboxing-Videos gibt´s massig bei Youtube, daher spare ich mir einen ausführlichen Bericht. Der Drucker war schnell zusammengesetzt und startbereit. Dieses Zusatzmodul mit einem Aktivkohlefilter und einem Heizer habe ich gar nicht erst aufgebaut. Meine Drucker stehen im Heizungskeller mit guter Abluft, und bei mindestens 25°C.
20240606_190602m.jpg
Der Mono M5s muß nicht nivelliert werden; das macht der Drucker selber.

Ich habe dann als Test ein wasserlösliches Harz eingefüllt, die entsprechenden Parameter des Harzherstellers in der beiliegenden Anycubic-Slicer-Software eingegeben, und einen ersten Testdruck mit 0,05 mm Layerhöhe gefahren.

Leider mußte ich rasch einen kleinen Nachteil gegenüber dem Form1 feststellen: Die Harzwanne des Form1 war aus Plexiglas, so daß man den Druckfortschritt sehr schnell erkennen konnte. Die Wanne des M5s ist aus schwarzem Plastik, mit recht hohen Wänden, so daß man erst nach ca. 3-4 Stunden erkennen kann, ob der Druck überhaupt geklappt hat.

Aber: Bisher habe ich mit dem M5s rund 15 Teile gedruckt und ALLE haben funktioniert, und weisen eine sagenhaft gute Qualität auf !
20240609_191312m.jpg
Das wasserlösliche Harz ist natürlich superpraktisch vom Handling her, weil man nicht mehr mit dem ungesunden und stinkigen Isopropanol herummatschen muß. Man darf aber auch nicht einfach unter fließendem Wasser abspülen ! Bitte die Teile nur in eine geschlossene Wanne oder einen Eimer abspülen, und dann das Wasser verdunsten lassen, und das Harz ausbelichten; dann entsorgen. Plus, die Teile aus wasserlöslichem Harz sind extrem spröde, und meiner Meinung nach nur für Teile geeignet, die praktisch überhaupt nicht belastet werden.

Danach habe ich graues, sog. "ABS-like"-Harz von Phrozen getestet, und bin sehr zufrieden. Gaaanz so zäh wie ABS ist das Harz dann am Ende doch nicht, aber unmittelbar nach dem Druck noch leicht biegsam, so daß sich Teile superleicht von der Druckplattform lösen lassen. Nach dem Aushärten ist es dann komplett hart; anders als z.B. das "Tough"-harz von Formlabs, das immer etwas weich geblieben ist, und nicht formstabil war.
20240610_202512m.jpg
Die Teile werden mit 0,05 mm Layerhöhe von der Qualität her einwandfrei. Man sollte aber in der Slicer-Software von der voreingestellten "mittelschweren" Supportstärke auf "leicht" umschalten, sonst hat man viel zu viele, meist überflüssige Supportpunkte. Layer sind aber nur noch bei extrem genauem Hinsehen zu erkennen, und ein Lackieren ist meist ohne weitere Schleifarbeit möglich.
20240610_202522m.jpg
Kurz: Ich bin bisher von dem Mono M5s begeistert. Verglichen mit dem Form 1 erhält man ein wesentlich flexibleres Gerät, für einen Bruchteil des Preises.

Als nächstes steht der Test mit einem "Fexible"-Harz an.
Arnd

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Arnd
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Re: 3D-Druck mit dem Anycubic Photon Mono M5s Pro

Beitrag von Arnd »

Tja, mit dem flexiblen Resin war das so ein Sache: Ich habe Liqcreate Flexible-X genommen, hauptsächlich, weil meine Gummiteile schwarz sein sollten, und das Flexible-X eines der wenigen schwarzen Gummiharze ist.

Und die ersten Drucke sind ALLE fehlgeschlagen. Obwohl ich sämtliche Einstellungen nach den Empfehlungen von der Liqcreate-Seite übernommen hatte.

Einer der kritischen Faktoren scheint das Gewicht des Bauteils, und die Größe der Support-Pins zu sein. Bei diesem Teil, das ich mit "schwerem" Support gedruckt habe, hat der Druck dann zwar funktioniert; aber schon beim Waschen hat man gemerkt, daß sich die Supportpins superleicht vom Bauteil lösen:
20240622_195916m.jpg
Diese Eigenschaft wäre zwar nach dem Druck wünschenswert, aber wenn während des Druckes auch Last auf den Supportpins lastet, und diese womöglich nachgeben, ist klar, daß der Druck scheitert.

Jetzt gerade druckt ein recht schweres Gummiteil, das ich extra ausgehöhlt habe, um Gewicht zu sparen. Außerdem habe ich die Dicke der Supportpins von 0,48 mm auf 0,7 mm erhöht. Mal sehen, ob es damit besser funktioniert.

Ansonsten kann man über die Druckqualität nicht meckern:
20240622_195926m.jpg
Drucklinien sind zu erkennen, aber wenn Ihr Euch dieses Photo auf einem PC-Bildschirm anseht, ist das um ein Mehrfaches vergrößert (das Teil hat einen Durchmesser von ca. 30 mm). Also ohne Lupe erkennt man da keine Drucklinien.
Arnd

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